Nachdem das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in seiner Nutzenbewertung von Antidepressiva zu der Schlussfolgerung kam, dass die Wirksamkeit von Reboxetin insgesamt nur unzureichend belegt ist (http://www.iqwig.de/; im Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie Kap. 1.4: Unterschiede im Wirkungs- und Nebenwirkungsprofil von Antidepressiva bei der depressiven Episode und Kap. 1.13, Präparate), Weiterlesen
Modafinil – Indikation von der EMA auf Narkolepsie bei Erwachsenen begrenzt
Die European Medicine Agency (EMA) hat die Sicherheit und Wirksamkeit von Modafinil [Vigil® (D), Modasomil® (A, CH)] neu beurteilt. Die EMA hat am 19.11.2010 die neuen Empfehlungen seines Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP) veröffentlicht.
Der deutsche Hersteller hat danach die Fachinformation zu Modafinil im Januar 2011 geändert und einen Rote-Hand-Brief im Februar 2011 verschickt.
Prazosin – Therapieoption bei PTBS mit Albträumen
Die bisher empfohlenen medikamentösen Therapien mit SSRI oder atypischen Antipsychotika (AAP) bei der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) sind noch nicht effektiv, insbesondere dann, wenn nächtliche Albträume mit im Vordergrund stehen.
Antidepressiva – Risiken für Schwangerschaft und Stillzeit
Wir möchten den Leser zeitnah über neue Publikationen zu diesem Thema informieren. Zuletzt geschah dies im Februar 2010 (www.kompendium-news.de vom 26.2.2010). Wir nehmen eine Untersuchung zu Bupropion (Figueroa, J Dev Behav Pediatr. 2010 Oct;31(8):641-8) zum Anlass, die Risiken unter Antidepressiva (letzter Stand in der 8. Auflage des Kompendiums vom November 2010) zu aktualisieren.
Naltrexon – Zulassung in der Rückfallprophylaxe der Alkoholabhängigkeit
Der zentrale Opiatantagonist Naltrexon (Adepend®) ist im Mai 2010 im Rahmen eines umfassenden Therapieprogramms gegen Alkoholabhängigkeit zur Reduktion des Rückfallrisikos, als unterstützende Behandlung in der Abstinenz und zur Minderung des Verlangens nach Alkohol zugelassen worden und befindet sich seit Herbst 2010 im Handel.
Quetiapin – Zulassung als add-on zu Antidepressiva zur Augmentationsbehandlung bei Episoden einer Major Depression
Quetiapin hat in seiner retardierten Darreichungsform (Seroquel prolong®) im Oktober 2010 als erstes atypisches Antipsychotikum (AAP) in Europa eine Erweiterung der Zulassung in der Behandlung der unipolaren Depression erhalten. Die Zulassung bezieht sich dabei auf eine Gabe als add-on zu Antidepressiva zur Behandlung depressiver Erkrankungen (Episoden einer Major Depression) als Zusatztherapie bei Patienten, die unzureichend auf die Monotherapie mit einem Antidepressivum angesprochen haben. Der empfohlene und zugelassene Dosisbereich in dieser Indikation beträgt 150-300 mg/Tag. Weiterlesen
Haloperidol – Ergänzung der News vom 9.7.2010 zur intravenösen Applikation von Haloperidol
Wir hatten darüber informiert, dass der Hersteller Janssen-Cilag in seiner aktuellen Fachinformation die Haldol-Janssen Injektionslösung 5mg/ml nur noch zur intramuskulären und nicht mehr zur intravenösen Injektion empfiehlt.
Melatonin – Zusammenhang zwischen höherem Alter, aber nicht niedrigen Melatonin-Spiegeln und der Wirksamkeit von retardiertem Melatonin bei primärer Insomnie
Retardiertes Melatonin (Circadin®) wurde 2008 zur Monotherapie für die kurzzeitige Behandlung der primären Insomnie bei Patienten ab 55 Jahren zugelassen (s. News vom 14.7.2008). Kürzlich wurde die Behandlungsdauer auf 13 Wochen erweitert. Grundlage hierfür ist eine Studie von Wade et al. (BMC Medicine 2010, 8:51, doi:10.1186/1741-7015-8-51). Diese Studie legt nahe, dass höheres Alter, aber nicht die endogenen Melatonin-Spiegel ein Prädiktor der Wirksamkeit der Substanz ist.
Antikonvulsiva – Aktuelle Studien zum Suizidrisiko August 2010
In unserer News vom 30.04.2008 berichteten wir von Hinweisen der FDA auf ein erhöhtes Suizidrisiko bei der Behandlung mit Antikonvulsiva. Zwischenzeitlich wurden die Hersteller von Antikonvulsiva durch die FDA dazu veranlasst, eine Warnung hinsichtlich des Auftretens suizidaler Ideen und Handlungen mit in die Produktbeschreibung aufzunehmen. Verschiedene Autoren kritisierten seitdem die Vorgehensweise der FDA als vorschnell (Hesdorffer & Kanner, Epilepsia 2009, 50: 978-986; Bell et al., CNS Drugs 2009, 23: 281-292)
Haloperidol – intravenöse Applikation nicht mehr empfohlen
Die Firma Janssen-Cilag empfiehlt in der aktuellen Fachinformation die Haldol-Janssen Injektionslösung 5 mg/ml nur noch zur intramuskulären Applikation. Haloperidol kann – insbesondere in höherer Dosierung und bei intravenöser Injektion – die QT-Zeit verlängern und schwere Herzrhythmusstörungen auslösen (vgl. mehrfache Warnungen im Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie, 7.A, besonders Abschn. 3.6.3/Kardiale Nebenwirkungen).
