Donepezil – Neue Untersuchungen zur Therapiedauer und Kombinationstherapie

Der symptomatische und letztlich verlaufsmodifizierende Effekt einer Therapie mit dem Acetylcholinesterase-Inhibitor (AChEI) Donepezil bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz (AD) wurde in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten in zahlreichen Studien nachgewiesen. Der Effekt erstreckt sich auf Ergebnisse kognitiver Tests und Alltagsfunktionen und scheint aufgrund bisheriger randomisierter kontrollierter Studien über mindestens ein Jahr anzuhalten (www.dgn.org/images/stories/dgn/pdf/s3_leitlinie_demenzen.pdf). Dennoch wird von ca. der Hälfte der Patienten die Behandlung innerhalb eines Jahres wieder abgebrochen, wohl aufgrund einer vermeintlichen Unwirksamkeit und gastrointestinalen bzw. kardiovaskulären Nebenwirkungen (Gill SS et al. 2009, Arch Intern Med 169; 867-73). Tatsächlich ist eine Einschätzung, ob ein Patient im Längsschnitt von der Behandlung profitiert, im Einzelfall immer noch schwer zu treffen. Weiterlesen

Atomoxetin – neue Empfehlungen zum Umgang bei Patienten mit erhöhtem Risiko für Blutdruck- und Herzfrequenzanstieg

Atomoxetin ist ein Alpha-Sympathomimetikum und zugelassen zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen ab 6 Jahren sowie bei Erwachsenen, wenn die Therapie im Jugendalter begonnen wurde, als Teil eines umfassenden Behandlungsprogramms.
In einem Rote-Hand-Brief vom 07.12.2011 (http://www.bfarm.de/DE/Pharmakovigilanz/risikoinfo/2011/rhb-strattera.html) werden neue Daten des bereits bekannten Risikos für einen Blutdruck- und Herzfrequenzanstieg dargestellt. Weiterlesen

Antidepressiva – engmaschiges Monitoring zur Reduktion des Suizidrisikos nötig

In unserer News vom 16. Mai 2007, 10. September 2007 und 7. Februar 2008 berichteten wir über das erhöhte Suizidrisiko unter Antidepressiva bei Kindern und Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen bis 24 Jahre und über das Problem, dass es im Anschluss an die Warnhinweise bezüglich eines möglicherweise erhöhten Risikos von Suizidideationen und/oder suizidalen Verhalten unter der Behandlung mit Antidepressiva bei Kindern und Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen nicht etwa zu der allseits empfohlenen Zunahme des Monitorings beim Einsatz von Antidepressiva gekommen war, sondern vielmehr – unabhängig vom Alter der Patienten – zu einer geringeren Verordnungswahrscheinlichkeit von Antidepressiva.

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Antipsychotika – Diskussion um Risiko eines plötzlichen Herztodes

In einer kürzlich erschienenen Publikation  Ray et al., NEJM 2009, 360:294 wurde darauf hingewiesen, dass nicht nur unter konventionellen, sondern auch unter atypischen Antipsychotika das Risiko für einen plötzlichen Herztod erhöht ist. Die untersuchten Kohorten umfassen ca. 90.000 Patienten mit Antipsychotika und 186.000 gematchte Kontrollen ohne Antipsychotika. Die adjustierte Inzidenzrate für plötzliche kardiale Todesfälle beträgt für Haloperidol und Thioridazin 1,31 (95% Konfidenzintervall 0,97-1,77, niedrige Dosis) bzw. 2,42 (1,91-3,06, hohe Dosis).

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