Milnacipran – auch in Deutschland als Antidepressivum erhältlich

Der Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) Milnacipran ist in Deutschland seit März 2016 zugelassen, in Österreich erfolgte die Zulassung bereits 1998. Als Antidepressivum ist Milnacipran in über 40 Ländern zugelassen, darunter Frankreich, Russland, Japan und Finnland, aber nicht in der Schweiz. Seit August 2016 ist Milnacipran zur Behandlung der Major Depression von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erstattungsfähig. In der Indikation Fibromyalgie-Syndrom (FMS) ist Milnacipran seit 2009 in den USA zugelassen (Palmer RH et al, 2010).
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Nalmefen – Bewertung der Indikation nach Stellungnahme der DGPPN und der AkdÄ und Nachtrag zum Pocket Guide 3. Auflage

Im Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie, 10 Auflage, wurde die neue Indikation und der neue Wirkansatz von Nalmefen beschrieben.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 19.02.2015 den Zusatznutzen von Nalmefen (Selincro®) gegenüber der vom G-BA bestimmten zweckmäßigen Vergleichstherapie Naltrexon (jeweils in Kombination mit psychosozialer Unterstützung), bei Patienten mit einer Alkoholabhängigkeit bewertet. Der Zusatznutzen von Nalmefen wurde dabei aus methodischen Gründen als gegenwärtig nicht nachgewiesen beurteilt (https://www.g-ba.de/downloads/39-261-2179/2015-02-19_AM-RL-XII_Nalmefen_2014-09-01-D-127.pdf).
Der G-BA hat sich dabei der Beurteilung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) angeschlossen (https://www.g-ba.de/downloads/39-261-2179/2015-02-19_AM-RL-XII_Nalmefen_2014-09-01-D-127.pdf).
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Acetylcholinesterase-Inhibitoren und Memantin – Neue Untersuchung zur Kombinationstherapie

Eine Kombinationstherapie mit Acetylcholinesterase-Inhibitoren (AChE-I) und Memantin wird nicht selten angewandt, insbesondere bei mittelschweren bis schweren Ausprägungsgraden der Alzheimer-Demenz (AD). Der Nutzen einer solchen Kombinationstherapie ist bisher jedoch nicht eindeutig gesichert (Farrimond L et al. BMJ Open 2012 Jun 11;2(3). pii: e000917. doi: 10.1136/bmjopen-2012-000917). Während eine ältere randomisierte kontrollierte Studie (RCT) einen entsprechenden positiven Effekt zeigen konnte (Tariot et al., JAMA 2004;291:317-24), war in der DOMINO-Studie das diesbezügliche Ergebnis negativ (Howard et al., NEJM 2012;366:893-903) (s. auch Kompendium-News vom 11.04.2012). Ein kürzlich erschienenes Review kam insgesamt zu einem positiven Ergebnis (Gauthier S & Molinuevo JL. Alzheimers Dement 2013;9:326-331). Weiterlesen

Lurasidon – Zulassung zur Schizophrenie-Behandlung in der EU

Für Lurasidon (Latuda) wurde nach der FDA-Zulassung (Schizophrenie im Oktober 2010, Dosis 40-160mg/d; Bipolare Depression, als Monotherapie oder in Verbindung mit Lithium oder Valproat, im Juni 2013, Dosis 20-120mg/d) die Zulassung zur Schizophrenie-Behandlung bei der European Medicines Agency (EMA) im Oktober 2012 beantragt. In der Schweiz besteht bereits eine Zulassung zur Behandlung von Patienten mit Schizophrenie (August 2013).
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Phosphodiesterase-5-Inhibitoren – Behandlung von Beschwerden bei benigner Prostata-hyperplasie (LUTS bei BPH)

Störungen und Symptome des unteren Urogenitaltrakts (LUTS, lower urinary tract symptoms), v.a. Schwierigkeiten beim Wasserlassen, plötzlicher Harndrang sowie eine erhöhte Frequenz des Wasserlassens und Nykturie, sind häufig bei benigner Prostatahyperplasie (BPH). Zudem treten LUTS bei BPH häufig in Kombination mit einer erektilen Dysfunktion (ED) bei Männern im höheren Lebensalter auf. Weiterlesen

Lithium – Review und Metaanalyse zur Toxizität

Lithium gilt als der am besten geprüfte und seit vielen Jahrzehnten klinisch bewährte Stimmungsstabilisierer und fungiert als die klassische Referenzsubstanz zur Behandlung bipolar affektiver Erkrankungen. Mit der Entwicklung und Markteinführung weiterer Arzneimittel zur Behandlung bipolarer affektiver Störungen (Valproinsäure, Lamotrigin, Carbamazepin), vor allem aber durch die Indikationserweiterung moderner Antipsychotika, wurde die Bedeutung von Lithium zurückgedrängt.
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Psychopharmaka im psychiatrischen Notfall

Nach einer aktuellen Übersichtsarbeit (Wilson MP, Pepper D, Currier GW, Holloman GH Jr, Feifel D.
The psychopharmacology of agitation: consensus statement of the American Association for Emergency Psychiatry project Beta psychopharmacology workgroup. West J Emerg Med. 2012;13(1): 26-34) wurden mit einigen Modifikationen Empfehlungen zur Behandlung von Erregungszuständen abgeleitet:
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Antidepressiva – weiterhin engmaschiges Monitoring zur Reduktion des Suizidrisikos nötig

Die Frage, ob Antidepressiva das Suizidrisiko erhöhen können, wird in der Literatur weiterhin intensiv diskutiert. Wie in unseren letzten News zu diesem Thema vom 13.04.07 und 16.05.07 berichtet, ergab sich in einer Metaanalyse der amerikanische Zulassungsbehörde FDA zum Suizidrisiko unter Antidepressiva eine Altersabhängigkeit des Zusammenhangs zwischen einer antidepressiven Behandlung und Suizidideationen und suizidalem Verhalten (Stone M et al., BMJ. 2009;339:b2880). Dies führte zu einer Erweiterung des für Kinder und Jugendliche bereits zuvor ausgesprochenen Warnhinweises zu einem möglichen Zusammenhang zwischen Antidepressiva und Suizidalität auf junge Erwachsene im Alter von 18–24 Jahren (News vom 16.05.2007). Weiterlesen

Donepezil – Neue Untersuchungen zur Therapiedauer und Kombinationstherapie

Der symptomatische und letztlich verlaufsmodifizierende Effekt einer Therapie mit dem Acetylcholinesterase-Inhibitor (AChEI) Donepezil bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz (AD) wurde in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten in zahlreichen Studien nachgewiesen. Der Effekt erstreckt sich auf Ergebnisse kognitiver Tests und Alltagsfunktionen und scheint aufgrund bisheriger randomisierter kontrollierter Studien über mindestens ein Jahr anzuhalten (www.dgn.org/images/stories/dgn/pdf/s3_leitlinie_demenzen.pdf). Dennoch wird von ca. der Hälfte der Patienten die Behandlung innerhalb eines Jahres wieder abgebrochen, wohl aufgrund einer vermeintlichen Unwirksamkeit und gastrointestinalen bzw. kardiovaskulären Nebenwirkungen (Gill SS et al. 2009, Arch Intern Med 169; 867-73). Tatsächlich ist eine Einschätzung, ob ein Patient im Längsschnitt von der Behandlung profitiert, im Einzelfall immer noch schwer zu treffen. Weiterlesen