Enzymatische Prozesse beim Rauchen Der für die alltägliche Behandlungssituation bei Weitem wichtigste Induktor von CYP1A2 ist das Rauchen. Dabei ist davon auszugehen, dass der Induktionseffekt dann pharmakokinetisch und klinisch bedeutsam wird, wenn > 10 Zigaretten pro Tag geraucht werden. Die aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAHs) im Zigarettenrauch induzieren sehr potent das Isoenzym CYP1A2 sowie weitere Metabolisierungsenzyme wie CYP2E1 und einige Phase II-Enzyme. Alle Substanzen, die relevant (mehr als 30 %) über CYP1A2 verstoffwechselt werden, sind somit in klinisch bedeutsamer Weise vom Raucherstatus betroffen. Weiterlesen
Archiv der Kategorie: Störungen
Antidepressiva – early improvement bei Generalisierter Angststörung und depressiven Störungen.
Neue Studienergebnisse zur Voraussage des späteren Behandlungsergebnisses anhand der Erfassung einer graduellen Besserung der Symptomatik innerhalb der ersten Behandlungswochen.
Lamotrigin – Neue Metaanalyse zur Wirksamkeit bei der bipolaren Depression
Bereits in unserer News vom 20.05.2008 wurden aktuelle Empfehlungen zum Einsatz von Antikonvulsiva bei bipolarer Depression ausführlich dargestellt. Die dort zitierte Metaanalyse (Calabrese et al., Bipolar Disord. 10: 323, 2008) zeigte, dass eine Lamotrigin-Monotherapie hinsichtlich der antidepressiven Wirksamkeit in der Akutbehandlung der bipolaren Depression Placebo nicht überlegen ist.
Dapoxetin – Zulassung eines SSRI für die Behandlung der Ejaculatio praecox
Seit Juni 2009 ist mit Dapoxetin (PRILIGY®, JANSSEN-CILAG) der erste orale Wirkstoff zur Behandlung der Ejaculatio praecox in Deutschland und Österreich bei Männern zwischen 18 und 64 Jahren zugelassen worden. Dapoxetin ist derzeit nicht erstattungsfähig. Vor einer Verschreibung müssen sowohl eine eingehende Anamnese mit Fokus auf vergangene orthostatische Vorfälle als auch eine Orthostaseprüfung vorgenommen werden. Weiterlesen
Valproinsäure – Studien zu frühkindlichen Entwicklungsstörungen als Folge intrauteriner Exposition
Bereits in unserer News vom 31.03.2008 wurde über das teratogene Risiko durch Gabe von Antiepileptika bei der Einnahme im 1. Trimenon berichtet. Das bisherige Wissen über die Auswirkungen intrauteriner Antiepileptika-Exposition konnte durch kürzlich erschienene Studien hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf kognitive Funktionen erweitert werden. Weiterlesen
Agomelatin – Zulassung für die Behandlung depressiver Episoden
Agomelatin ist seit Februar 2009 in Deutschland und Österreich für die Behandlung von depressiven Episoden unter dem Handelsnamen Valdoxan® 25 mg zugelassen. Die Firma Servier vertreibt Filmtabletten in einer Packungsgröße von 28 und 98 Stück. Nachdem die europäische Zulassungsbehörde EMEA (European Medicines Agency) 2006 eine Zulassung vor dem Hintergrund eines fraglichen Wirksamkeitsnachweises insbesondere zur Langzeitbehandlung zunächst zurückgestellt hatte (1), fiel eine erneute Begutachtung im November 2008 positiv aus (2). Weiterlesen
Quetiapin – Zulassung zur Behandlung manischer und depressiver Phasen
Seit Januar 2009 ist Seroquel Prolong (Quetiapinhemifumarat) in Deutschland durch das BfArM im Rahmen des Verfahrens der gegenseitigen Anerkennung (Mutual Recognition Procedure) der europäischen Zulassung zusätzlich für die Behandlung von schweren depressiven Episoden bei bipolaren Störungen zugelassen. Hierdurch wurde die bereits bestehende Zulassung zur Behandlung von mittelschweren bis schweren manischen Phasen einer bipolaren Störung erweitert.
Die Zulassung beinhaltet sowohl die Akut- als auch die Erhaltungstherapie. Seroquel Prolong® wird jedoch nicht angewendet zur Prävention von Rückfällen in manische oder depressive Phasen.
Kürzlich wurde zudem die Zulassung für Österreich erteilt, eine Zulassung für die Schweiz wird für Herbst 2009 erwartet.
Antipsychotika – Diskussion um Risiko eines plötzlichen Herztodes
In einer kürzlich erschienenen Publikation Ray et al., NEJM 2009, 360:294 wurde darauf hingewiesen, dass nicht nur unter konventionellen, sondern auch unter atypischen Antipsychotika das Risiko für einen plötzlichen Herztod erhöht ist. Die untersuchten Kohorten umfassen ca. 90.000 Patienten mit Antipsychotika und 186.000 gematchte Kontrollen ohne Antipsychotika. Die adjustierte Inzidenzrate für plötzliche kardiale Todesfälle beträgt für Haloperidol und Thioridazin 1,31 (95% Konfidenzintervall 0,97-1,77, niedrige Dosis) bzw. 2,42 (1,91-3,06, hohe Dosis).
Olanzapin – Zulassung eines Olanzapindepot-Präparates
Olanzapin (ZYPREXA®)Seit Ende 2008 hat die Fa. Lilly das Patent für ZYPREXA® (Olanzapin oral) zurück erlangt. Daraufhin wurden alle Generika mit dem Wirkstoff Olanzapin wieder vom Markt genommen.
Methylphenidat – notwendige Routineuntersuchungen bei Patienten mit ADHS nach EMEA-Stellungnahme
Anläßlich der Diskussion um die Sicherheit von Methylphenidat, besonders im Hinblick auf kardiovaskuläre Störungen, hat nun auch die EMEA Empfehlungen zum Umgang mit Methylphenidat herausgegeben. CHMP vom 22.01.2009 Detailliert sind wir in unserer News vom 18.09.2008 auf die Diskussion um die Ableitung eines EKG vor der Verschreibung von Methylphenidat eingegangen.
