Paroxetin, Fluoxetin und Bupropion – Verminderte Antiöstrogenwirkung unter Kombination mit Tamoxifen bei Brustkrebs

Bei Frauen mit Östrogenrezeptor-positivem Brustkrebs im frühen Stadium vermindert Tamoxifen das Rückfallrisiko um 40% und das Risiko an Brustkrebs zu versterben um 31 % (S3-Leitlinien Mammakarzinom, 2008). Tamoxifen ist damit ein unverzichtbares Medikament der Brustkrebsbehandlung.

In jüngster Zeit hat man erkannt, dass der Effekt von Tamoxifen von der Aktivität des Cytochrom P450-Isoenzyms CYP2D6 abhängt. Tamoxifen ist ein Prodrug. Es wird aktiviert durch 4-Hydroxylierung zu 4-Hydroxytamoxifen und 4-Hydrox-N-desmethyltamoxifen (Endoxifen) durch CYP2D6. Weiterlesen

Sibutramin – Ruhen der Zulassung

In einem Rote-Hand-Brief hat die Firma Abbott die Fachkreise über die Aussetzung der Marktzulassungen für Arzneimittel mit dem Wirkstoff Sibutramin in der Europäischen Union (EU) informiert http://www.akdae.de/20/40/Archiv/2010/20100122.pdf.

Sibutramin, ein kombinierter Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, war zur Behandlung der Adipositas zugelassen.

Auf der Grundlage der Ergebnisse der SCOUT-Studie (Sibutramine Cardiovascular OUTcomes Trial) zog der Ausschuss für Humanarzneimittel der europäischen Arzneimittelagentur den Schluss, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Sibutramin nicht mehr positiv ist und hat daher die Empfehlung ausgesprochen, dass alle Marktzulassungen für Arzneimittel mit dem Wirkstoff Sibutramin innerhalb der EU ausgesetzt werden sollen. In der SCOUT-Studie hatte sich ein vermehrtes Auftreten nicht tödlicher Herzinfarkte und Schlaganfälle in der Gruppe der mit Sibutramin behandelten Patienten gezeigt.

Auf das hohe Nebenwirkungsrisiko und die besondere Gefahr für Hypertoniker durch die Substanz war im Kompendium bereits hingewiesen worden.

Hubertus Himmerich, Leipzig Otto Benkert, Mainz

Antidepressiva – Risiken für Schwangerschaft und Stillzeit.

In unserer News vom 23.10.2007 wurden zuletzt aktuelle Empfehlungen zum Einsatz von Antidepressiva während Schwangerschaft und Stillzeit zusammengefasst. Unseren damaligen Empfehlungen zufolge sollte während der Schwangerschaft nach Möglichkeit auf Paroxetin verzichtet werden. Dem aktuellen Stand entsprechend erschien Nortriptylin weiterhin unproblematischer als ein Antidepressivum aus der Gruppe der SSRI zu sein. Vom Stillen unter Antidepressiva wurde grundsätzlich abgeraten.

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Antidepressiva – engmaschiges Monitoring zur Reduktion des Suizidrisikos nötig

In unserer News vom 16. Mai 2007, 10. September 2007 und 7. Februar 2008 berichteten wir über das erhöhte Suizidrisiko unter Antidepressiva bei Kindern und Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen bis 24 Jahre und über das Problem, dass es im Anschluss an die Warnhinweise bezüglich eines möglicherweise erhöhten Risikos von Suizidideationen und/oder suizidalen Verhalten unter der Behandlung mit Antidepressiva bei Kindern und Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen nicht etwa zu der allseits empfohlenen Zunahme des Monitorings beim Einsatz von Antidepressiva gekommen war, sondern vielmehr – unabhängig vom Alter der Patienten – zu einer geringeren Verordnungswahrscheinlichkeit von Antidepressiva.

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Antidepressiva – Langzeitstudie zum Zusammenhang zwischen Depression, akutem Koronarsyndrom und Langzeitmortalität

In unseren News vom 19. November 2007 sowie vom 24. November 2008 haben wir uns bereits mit dem Thema der depressiven Komorbidität bei koronarer Herzerkrankung (KHK) und ihrer Behandlung beschäftigt. Zuletzt hatten wir dabei auf ihre prognoserelevante Bedeutung und damit Notwendigkeit der entsprechenden psychiatrischen Diagnostik hingewiesen. Weiterlesen

Duloxetin und Agomelatin – Interaktionen und Dosierungen

Enzymatische Prozesse beim Rauchen Der für die alltägliche Behandlungssituation bei Weitem wichtigste Induktor von CYP1A2 ist das Rauchen. Dabei ist davon auszugehen, dass der Induktionseffekt dann pharmakokinetisch und klinisch bedeutsam wird, wenn > 10 Zigaretten pro Tag geraucht werden. Die aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAHs) im Zigarettenrauch induzieren sehr potent das Isoenzym CYP1A2 sowie weitere Metabolisierungsenzyme wie CYP2E1 und einige Phase II-Enzyme. Alle Substanzen, die relevant (mehr als 30 %) über CYP1A2 verstoffwechselt werden, sind somit in klinisch bedeutsamer Weise vom Raucherstatus betroffen.   Weiterlesen

Lamotrigin – Neue Metaanalyse zur Wirksamkeit bei der bipolaren Depression

Bereits in unserer News vom 20.05.2008 wurden aktuelle Empfehlungen zum Einsatz von Antikonvulsiva bei bipolarer Depression ausführlich dargestellt. Die dort zitierte Metaanalyse (Calabrese et al., Bipolar Disord. 10: 323, 2008) zeigte, dass eine Lamotrigin-Monotherapie hinsichtlich der antidepressiven Wirksamkeit in der Akutbehandlung der bipolaren Depression Placebo nicht überlegen ist.

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Dapoxetin – Zulassung eines SSRI für die Behandlung der Ejaculatio praecox

Seit Juni 2009 ist mit Dapoxetin (PRILIGY®, JANSSEN-CILAG) der erste orale Wirkstoff zur Behandlung der Ejaculatio praecox in Deutschland und Österreich bei Männern zwischen 18 und 64 Jahren zugelassen worden. Dapoxetin ist derzeit nicht erstattungsfähig. Vor einer Verschreibung müssen sowohl eine eingehende Anamnese mit Fokus auf vergangene orthostatische Vorfälle als auch eine Orthostaseprüfung vorgenommen werden. Weiterlesen