Antidepressiva – Risiken für Schwangerschaft und Stillzeit

Wir möchten den Leser zeitnah über neue Publikationen zu diesem Thema informieren. Zuletzt geschah dies im Februar 2010 (www.kompendium-news.de vom 26.2.2010). Wir nehmen eine Untersuchung zu Bupropion (Figueroa, J Dev Behav Pediatr. 2010 Oct;31(8):641-8) zum Anlass, die Risiken unter Antidepressiva (letzter Stand in der 8. Auflage des Kompendiums vom November 2010) zu aktualisieren.

  Weiterlesen

Naltrexon – Zulassung in der Rückfallprophylaxe der Alkoholabhängigkeit

Der zentrale Opiatantagonist Naltrexon (Adepend®) ist im Mai 2010 im Rahmen eines umfassenden Therapieprogramms gegen Alkoholabhängigkeit zur Reduktion des Rückfallrisikos, als unterstützende Behandlung in der Abstinenz und zur Minderung des Verlangens nach Alkohol zugelassen worden und befindet sich seit Herbst 2010 im Handel.

Weiterlesen

Quetiapin – Zulassung als add-on zu Antidepressiva zur Augmentationsbehandlung bei Episoden einer Major Depression

Quetiapin hat in seiner retardierten Darreichungsform (Seroquel prolong®) im Oktober 2010 als erstes atypisches Antipsychotikum (AAP) in Europa eine Erweiterung der Zulassung in der Behandlung der unipolaren Depression erhalten. Die Zulassung bezieht sich dabei auf eine Gabe als add-on zu Antidepressiva zur Behandlung depressiver Erkrankungen (Episoden einer Major Depression) als Zusatztherapie bei Patienten, die unzureichend auf die Monotherapie mit einem Antidepressivum angesprochen haben. Der empfohlene und zugelassene Dosisbereich in dieser Indikation beträgt 150-300 mg/Tag. Weiterlesen

Melatonin – Zusammenhang zwischen höherem Alter, aber nicht niedrigen Melatonin-Spiegeln und der Wirksamkeit von retardiertem Melatonin bei primärer Insomnie

Retardiertes Melatonin (Circadin®) wurde 2008 zur Monotherapie für die kurzzeitige Behandlung der primären Insomnie bei Patienten ab 55 Jahren zugelassen (s. News vom 14.7.2008). Kürzlich wurde die Behandlungsdauer auf 13 Wochen erweitert. Grundlage hierfür ist eine Studie von Wade et al. (BMC Medicine 2010, 8:51, doi:10.1186/1741-7015-8-51). Diese Studie legt nahe, dass höheres Alter, aber nicht die endogenen Melatonin-Spiegel ein Prädiktor der Wirksamkeit der Substanz ist.

Weiterlesen

Antikonvulsiva – Aktuelle Studien zum Suizidrisiko August 2010

In unserer News vom 30.04.2008 berichteten wir von Hinweisen der FDA auf ein erhöhtes Suizidrisiko bei der Behandlung mit Antikonvulsiva. Zwischenzeitlich wurden die Hersteller von Antikonvulsiva durch die FDA dazu veranlasst, eine Warnung hinsichtlich des Auftretens suizidaler Ideen und Handlungen mit in die Produktbeschreibung aufzunehmen. Verschiedene Autoren kritisierten seitdem die Vorgehensweise der FDA als vorschnell (Hesdorffer & Kanner, Epilepsia 2009, 50: 978-986; Bell et al., CNS Drugs 2009, 23: 281-292)

  Weiterlesen

Haloperidol – intravenöse Applikation nicht mehr empfohlen

Die Firma Janssen-Cilag empfiehlt in der aktuellen Fachinformation die Haldol-Janssen Injektionslösung 5 mg/ml nur noch zur intramuskulären Applikation. Haloperidol kann – insbesondere in höherer Dosierung und bei intravenöser Injektion – die QT-Zeit verlängern und schwere Herzrhythmusstörungen auslösen (vgl. mehrfache Warnungen im Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie, 7.A, besonders Abschn. 3.6.3/Kardiale Nebenwirkungen).

Weiterlesen

Duloxetin – Zulassung auch zur Langzeitbehandlung bei der Major Depression

Für den selektiven Serotonin- und Noradrenalinwiederaufnahmehemmer (SNRI) Duloxetin (Cymbalta®) wurde die Zulassung im Bereich der Europäischen Union im Dezember 2009 – neben der bekannten Zulassung für die Akutbehandlung und Erhaltungstherapie der depressiven Episode (Major Depression) – auf die Behandlung von depressiven Erkrankungen (Major Depression) (also auch auf die Langzeitbehandlung im Sinne einer Fortführung der Behandlung über die Erhaltungstherapie hinaus) erweitert.

  Weiterlesen

Antidepressiva – neue Meta-Analyse zur Wirksamkeit gegenüber Placebo

Nachdem eine im Februar 2008 von Kirsch et al. (PLoS Med. 2008; 5(2): e45) publizierte Meta-Analyse zur Wirksamkeit von Antidepressiva im Vergleich zu Plazebo für viel Medieninteresse in der Fach- sowie auch in der Laienpresse gesorgt und zu zahlreichen Diskussionen geführt hatte (z.B. http://media.dgppn.de/mediadb/media/dgppn/pdf/stellungnahmen/2008/dgppn-stn08-02-fritze-zu-kirsch-wirksamkeit-antidepressiva.pdf; Broich et al., Eur Neuropsychopharmacol. 2009: 19(5):305; Möller et al., Eur Arch Psychiatry Clin Neurosci. 2008; 258(8): 451), wurde in einer kürzlich erschienenen, vergleichbaren Meta-Analyse (Fournier et al., JAMA 2010; 303(1): 47) ein ähnliches Ergebnis aufgezeigt. Weiterlesen