Lithium – Aktuelle Befunde zur vermuteten Assoziation mit Tumo-ren ableitender Harnwege

Lithium und Valproat, nicht aber Carbamazepin, haben inhibitorische Effekte auf die Glykogen-Synthase-Kinase-3-β (GSK3-β), deren Überexpression zu einer vermehrten Apoptose führt. Hinweise, wonach Lithium durch eine Inhibition von GSK3- β in Zusammenhang mit der Entwicklung demenzieller Syndrome (GSK3- β scheint in der Pathogenese der Demenz eine Rolle zu spielen) in Verbindung steht, zeigten sich nicht. Vielmehr waren mit Lithium behandelte bipolare Patienten signifikant seltener dement (Gerhard et al 2015). Jedoch lässt die durch Lithium verursachte Inhibition von GSK3- β als einem Enzym, das in die Pathogenese verschiedener Krebsarten involviert ist, die Frage aufkommen, ob eine Assoziation zwischen einer Lithiumtherapie und Krebserkrankungen, vor allem Tumoren ableitender Harnwege besteht.
Weiterlesen

Carbamazepin – Therapiesicherheit bei der Behandlung: HLA-Allele disponieren für UAWs

Mit einer Carbamazepin-Behandlung ist häufiger als bei den meisten anderen Medikamenten das Auftreten eines Stevens-Johnson-Syndroms (SJS) oder einer Toxischen Epidermalen Nekrolyse (TEN) als schwerwiegende unerwünschte Arzneimittelwirkungen bekannt.
Es liegen Daten vor, die darauf hinweisen, dass das Allel HLA-A*3101 bei Personen mit europäischer Abstammung sowie bei Japanern mit einem erhöhten Risiko von Carbamazepin-induzierten unerwünschten Arzneimittelwirkungen der Haut assoziiert ist (McCormack et al. 2011). Weiterlesen

Valproat – verstärkte Sicherheitswarnung zu hohem Anomalierisiko bei Neugeborenen

Bereits in der aktuellen Auflage 10. Auflage des Kompendiums der Psychiatrischen Pharmakotherapie haben wir dringend davor gewarnt, Valproat bei Frauen im gebärfähigen Alter anzuwenden. Kurz nach Erscheinen des Kompendiums wurde dann seitens der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Dezember 2014 ein Rote-Hand-Brief veröffentlicht, der verstärkte Sicherheitswarnungen in Bezug auf alldiejenigen Arzneimittel aussprach, die Valproat enthalten. Konkret geht es hierbei um das Risiko für Anomalien des Neugeborenen, falls Valproat in der Schwangerschaft eingesetzt werden sollte. Weiterlesen