Archiv für Antipsychotika Kategorie
Haloperidol - intravenöse Applikation nicht mehr empfohlen
Die Firma Janssen-Cilag empfiehlt in der aktuellen Fachinformation die Haldol-Janssen Injektionslösung 5 mg/ml nur noch zur intramuskulären Applikation. Haloperidol kann – insbesondere in höherer Dosierung und bei intravenöser Injektion – die QT-Zeit verlängern und schwere Herzrhythmusstörungen auslösen (vgl. mehrfache Warnungen im Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie, 7.A, besonders Abschn. 3.6.3/Kardiale Nebenwirkungen).
Quetiapin – Zulassung zur Behandlung manischer und depressiver Phasen
Seit Januar 2009 ist Seroquel Prolong (Quetiapinhemifumarat) in Deutschland durch das BfArM im Rahmen des Verfahrens der gegenseitigen Anerkennung (Mutual Recognition Procedure) der europäischen Zulassung zusätzlich fĂĽr die Behandlung von schweren depressiven Episoden bei bipolaren Störungen zugelassen. Hierdurch wurde die bereits bestehende Zulassung zur Behandlung von mittelschweren bis schweren manischen Phasen einer bipolaren Störung erweitert. […]
Antipsychotika – Diskussion um Risiko eines plötzlichen Herztodes
In einer kĂĽrzlich erschienenen Publikation Ray et al., NEJM 2009, 360:294 wurde darauf hingewiesen, dass nicht nur unter konventionellen, sondern auch unter atypischen Antipsychotika das Risiko fĂĽr einen plötzlichen Herztod erhöht ist. Die untersuchten Kohorten umfassen ca. 90.000 Patienten mit Antipsychotika und 186.000 gematchte Kontrollen ohne Antipsychotika. Die adjustierte Inzidenzrate fĂĽr plötzliche kardiale Todesfälle beträgt […]
Olanzapin - Zulassung eines Olanzapindepot-Präparates
Olanzapin (ZYPREXA®)Seit Ende 2008 hat die Fa. Lilly das Patent für ZYPREXA® (Olanzapin oral) zurück erlangt. Daraufhin wurden alle Generika mit dem Wirkstoff Olanzapin wieder vom Markt genommen.
Antipsychotika – Risikobestätigung für die Verordnung bei der Demenz
In den KompendiumNews vom 27.Juni 2008 haben wir auf die Warnung der FDA vor einem erhöhten Mortalitätsrisiko bei Patienten mit Demenz unter allen Antipsychotika hingewiesen. Die damalige Empfehlung einer strikten Indikationsstellung bei dieser Patientengruppe wird durch eine neue retrospektive Fallkontroll-Studie gestützt ( Douglas, MBJ, 2008, 337:a1227;bmj.com ).
Risperidon – Kritische Studie zur Verordnung bei aggressivem Verhalten im Rahmen von Intelligenzminderung
Es gibt mehrere positive kontrollierte Studien und Fallserien über die Wirksamkeit von Antipsychotika bei aggressivem Verhalten im Rahmen von Intelligenzminderung bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. In dieser Indikation ist Risperidon seit der Zulassung häufig Mittel der Wahl.
Konventionelle Antipsychotika – Warnung der FDA vor erhöhtem Mortalitätsrisiko bei älteren Patienten mit Demenz
Die amerikanische Zulassungsbehörde weist im Juni 2008 darauf hin, dass bei älteren Patienten mit psychotischen Syndromen im Rahmen einer Demenz nicht nur unter atypischen Antipsychotika, sondern auch unter konventionellen Antipsychotika ein mindestens ebenso erhöhtes Mortalitätsrisiko besteht. Die Warnungen jetzt auch für konventionelle Antipsychotika stützen sich auf zwei Kohortenstudie (Gill et al., Ann Intern Med, 2007, 146:775; Schneeweiss et al., CMAJ, 2007,176:627), die Behandlungszeiträume lagen dabei zwischen 30 und 180 Tagen. Es muss von einem Klasseneffekt ausgegangen werden. Wie weit dieses Risiko sich nur auf das psychotische Syndrom oder vielmehr auch auf andere Syndrome bei Demenz bezieht, ist zzt. nicht geklärt.
Haloperidol - Warnung der FDA vor kardialen Nebenwirkungen bei hohen Dosen und i.v. Gabe
Halopridol – Warnung der FDA vor kardialen Nebenwirkungen bei hohen Dosen und i.v. Gabe
Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA warnte am 18. September 2007 vor QT-Verlängerung, Torsades des Points (TdP) und plötzlichem Herztod unter Gabe von Haloperidol, zu denen es insbesondere nach der intravenösen Gabe oder bei hohen Dosierungen kommen kann. Die FDA und die Hersteller nennen 28 dokumentierte Zwischenfälle, die teilweise tödlich endeten.
Hinweise auf ein erhöhtes Interaktionsrisiko bei Kombination von Lamotrigin und Aripiprazol
Bei der Kombination von Lamotrigin und Aripiprazol gibt es jetzt Fallberichte über ein gehäuftes Auftreten des Stevens-Johnson-Syndrom (SJS).
Paliperidon - Neuzulassung eines Atypischen Antipsychotikums
Paliperidon (9-OH-Risperidon), der aktive Metabolit von Risperidon, ist in den USA bereits seit Dezember 2006 zur Behandlung schizophrener Störungen zugelassen. Die Zulassung in Europa (INVEGA) in dieser Indikation wird für Mitte 2007 erwartet.