Escitalopram – ebenfalls Warnung vor dosisabhängiger Verlängerung des QT-Intervalls

Nachdem Ende Oktober aufgrund von dosisabhängigen Verlängerungen des QT-Intervalls die zugelassene Tageshöchstdosis von Citalopram reduziert und ein Rote-Hand-Brief veröffentlicht wurde (Kompendium-News von 17.11.11: http://www.kompendium-news.de/2011/11/citalopram-warnung-vor-herzrhythmusstorungen-in-hohen-dosierungen/), folgte nun eine entsprechend lautende Warnung auch für Escitalopram als dem S-Enantiomer des racemischen Gemischs Citalopram (http://www.bfarm.de/DE/Pharmakovigilanz/risikoinfo/2011/rhb-cipralex.html).

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Citalopram – Warnung vor Herzrhythmusstörungen in hohen Dosierungen

Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat Ende August in einer Warnung bekannt gegeben, dass der SSRI Citalopram aufgrund von möglichen dosisabhängigen Störungen der Erregungsleitung des Herzens (Verlängerung des herzfrequenzkorrigierten QT-Intervalls (QTc)) mit in der Folge potentiell lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen nicht mehr in Dosierungen über 40 mg/Tag angewendet werden sollte. Weiterlesen

Fluoxetin – Verbesserung der Rehabilitation nach zerebraler Ischämie

In einer aktuellen randomisierten klinischen Studie (Fluoxetine for motor recovery after acute ischaemic stroke – FLAME) zeigte sich bei Patienten mit motorischen Defiziten infolge eines ischämischen Schlaganfalls unter einer Behandlung mit Fluoxetin eine signifikante Verbesserung der Motorik im Rehabilitationsverlauf im Vergleich zu Placebo (Chollet et al. Lancet Neurol. 2011, 10(2):123-30). Weiterlesen

Reboxetin – nur noch in medizinisch begründeten Einzelfällen zu Lasten der GKV verordnungsfähig

Nachdem das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in seiner Nutzenbewertung von Antidepressiva zu der Schlussfolgerung kam, dass die Wirksamkeit von Reboxetin insgesamt nur unzureichend belegt ist (http://www.iqwig.de/; im Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie Kap. 1.4: Unterschiede im Wirkungs- und Nebenwirkungsprofil von Antidepressiva bei der depressiven Episode und Kap. 1.13, Präparate), Weiterlesen

Antidepressiva – Risiken für Schwangerschaft und Stillzeit

Wir möchten den Leser zeitnah über neue Publikationen zu diesem Thema informieren. Zuletzt geschah dies im Februar 2010 (www.kompendium-news.de vom 26.2.2010). Wir nehmen eine Untersuchung zu Bupropion (Figueroa, J Dev Behav Pediatr. 2010 Oct;31(8):641-8) zum Anlass, die Risiken unter Antidepressiva (letzter Stand in der 8. Auflage des Kompendiums vom November 2010) zu aktualisieren.

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Quetiapin – Zulassung als add-on zu Antidepressiva zur Augmentationsbehandlung bei Episoden einer Major Depression

Quetiapin hat in seiner retardierten Darreichungsform (Seroquel prolong®) im Oktober 2010 als erstes atypisches Antipsychotikum (AAP) in Europa eine Erweiterung der Zulassung in der Behandlung der unipolaren Depression erhalten. Die Zulassung bezieht sich dabei auf eine Gabe als add-on zu Antidepressiva zur Behandlung depressiver Erkrankungen (Episoden einer Major Depression) als Zusatztherapie bei Patienten, die unzureichend auf die Monotherapie mit einem Antidepressivum angesprochen haben. Der empfohlene und zugelassene Dosisbereich in dieser Indikation beträgt 150-300 mg/Tag. Weiterlesen

Duloxetin – Zulassung auch zur Langzeitbehandlung bei der Major Depression

Für den selektiven Serotonin- und Noradrenalinwiederaufnahmehemmer (SNRI) Duloxetin (Cymbalta®) wurde die Zulassung im Bereich der Europäischen Union im Dezember 2009 – neben der bekannten Zulassung für die Akutbehandlung und Erhaltungstherapie der depressiven Episode (Major Depression) – auf die Behandlung von depressiven Erkrankungen (Major Depression) (also auch auf die Langzeitbehandlung im Sinne einer Fortführung der Behandlung über die Erhaltungstherapie hinaus) erweitert.

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Antidepressiva – neue Meta-Analyse zur Wirksamkeit gegenüber Placebo

Nachdem eine im Februar 2008 von Kirsch et al. (PLoS Med. 2008; 5(2): e45) publizierte Meta-Analyse zur Wirksamkeit von Antidepressiva im Vergleich zu Plazebo für viel Medieninteresse in der Fach- sowie auch in der Laienpresse gesorgt und zu zahlreichen Diskussionen geführt hatte (z.B. http://media.dgppn.de/mediadb/media/dgppn/pdf/stellungnahmen/2008/dgppn-stn08-02-fritze-zu-kirsch-wirksamkeit-antidepressiva.pdf; Broich et al., Eur Neuropsychopharmacol. 2009: 19(5):305; Möller et al., Eur Arch Psychiatry Clin Neurosci. 2008; 258(8): 451), wurde in einer kürzlich erschienenen, vergleichbaren Meta-Analyse (Fournier et al., JAMA 2010; 303(1): 47) ein ähnliches Ergebnis aufgezeigt. Weiterlesen

Paroxetin, Fluoxetin und Bupropion – Verminderte Antiöstrogenwirkung unter Kombination mit Tamoxifen bei Brustkrebs

Bei Frauen mit Östrogenrezeptor-positivem Brustkrebs im frühen Stadium vermindert Tamoxifen das Rückfallrisiko um 40% und das Risiko an Brustkrebs zu versterben um 31 % (S3-Leitlinien Mammakarzinom, 2008). Tamoxifen ist damit ein unverzichtbares Medikament der Brustkrebsbehandlung.

In jüngster Zeit hat man erkannt, dass der Effekt von Tamoxifen von der Aktivität des Cytochrom P450-Isoenzyms CYP2D6 abhängt. Tamoxifen ist ein Prodrug. Es wird aktiviert durch 4-Hydroxylierung zu 4-Hydroxytamoxifen und 4-Hydrox-N-desmethyltamoxifen (Endoxifen) durch CYP2D6. Weiterlesen

Antidepressiva – Risiken für Schwangerschaft und Stillzeit.

In unserer News vom 23.10.2007 wurden zuletzt aktuelle Empfehlungen zum Einsatz von Antidepressiva während Schwangerschaft und Stillzeit zusammengefasst. Unseren damaligen Empfehlungen zufolge sollte während der Schwangerschaft nach Möglichkeit auf Paroxetin verzichtet werden. Dem aktuellen Stand entsprechend erschien Nortriptylin weiterhin unproblematischer als ein Antidepressivum aus der Gruppe der SSRI zu sein. Vom Stillen unter Antidepressiva wurde grundsätzlich abgeraten.

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