Galantamin – Meldung schwerwiegender Hautreaktionen

Galantamin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Acetylcholinesterase-Hemmer (AChEI) und zur Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz (AD) zugelassen. Daneben verstärkt Galantamin im Gegensatz zu den anderen AChEI Donepezil und Rivastigmin intrinsische Aktivität von Acetylcholin an nikotinergen α7-Acetylcholinrezeptoren. Bekannte unerwünschte Arzneimittel¬wirkungen (UAW) dieser Wirkstoffgruppe resultieren aus einer gesteigerten Aktivität des zentralen und peripheren cholinergen Systems im Sinne von kognitiven Störungen sowie (peripheren) parasympathikolytischen Effekten wie Bradykardien und Synkopen und gastrointestinalen Störungen (Übelkeit, Diarrhöen etc.).
Die Arzneimittelkommission der deutsche Ärzteschaft (AkdÄ) hat nunmehr nach Bekanntwerden von schwerwiegenden dermatologischen Nebenwirkungen einen entsprechenden Risikohinweis veröffentlicht Weiterlesen

Galantamin – Verlängerung der QTc-Zeit

Galantamin ist einer von drei zur Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz (AD) zugelassenen Acetylcholinesterase-Hemmer (AChEI). Zusätzlich verstärkt es die intrinsische Aktivität von Acetylcholin an nikotinergen α7-Acetylcholinrezeptoren. Die gesteigerte Aktivität des zentralen und peripheren cholinergen Systems kann als unerwünschte Arzneimittelwirkung zu kognitiven Störungen sowie parasympathikolytischen Effekten wie Bradykardien und Synkopen und weiterhin häufig zu gastrointestinalen Störungen (Übelkeit, Diarrhöen etc.) führen. Weiterlesen

Acetylcholinesterase-Inhibitoren und Memantin – Neue Untersuchung zur Kombinationstherapie

Eine Kombinationstherapie mit Acetylcholinesterase-Inhibitoren (AChE-I) und Memantin wird nicht selten angewandt, insbesondere bei mittelschweren bis schweren Ausprägungsgraden der Alzheimer-Demenz (AD). Der Nutzen einer solchen Kombinationstherapie ist bisher jedoch nicht eindeutig gesichert (Farrimond L et al. BMJ Open 2012 Jun 11;2(3). pii: e000917. doi: 10.1136/bmjopen-2012-000917). Während eine ältere randomisierte kontrollierte Studie (RCT) einen entsprechenden positiven Effekt zeigen konnte (Tariot et al., JAMA 2004;291:317-24), war in der DOMINO-Studie das diesbezügliche Ergebnis negativ (Howard et al., NEJM 2012;366:893-903) (s. auch Kompendium-News vom 11.04.2012). Ein kürzlich erschienenes Review kam insgesamt zu einem positiven Ergebnis (Gauthier S & Molinuevo JL. Alzheimers Dement 2013;9:326-331). Weiterlesen

Donepezil – Neue Untersuchungen zur Therapiedauer und Kombinationstherapie

Der symptomatische und letztlich verlaufsmodifizierende Effekt einer Therapie mit dem Acetylcholinesterase-Inhibitor (AChEI) Donepezil bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz (AD) wurde in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten in zahlreichen Studien nachgewiesen. Der Effekt erstreckt sich auf Ergebnisse kognitiver Tests und Alltagsfunktionen und scheint aufgrund bisheriger randomisierter kontrollierter Studien über mindestens ein Jahr anzuhalten (www.dgn.org/images/stories/dgn/pdf/s3_leitlinie_demenzen.pdf). Dennoch wird von ca. der Hälfte der Patienten die Behandlung innerhalb eines Jahres wieder abgebrochen, wohl aufgrund einer vermeintlichen Unwirksamkeit und gastrointestinalen bzw. kardiovaskulären Nebenwirkungen (Gill SS et al. 2009, Arch Intern Med 169; 867-73). Tatsächlich ist eine Einschätzung, ob ein Patient im Längsschnitt von der Behandlung profitiert, im Einzelfall immer noch schwer zu treffen. Weiterlesen

Ginkgo biloba – Neue Metaanalyse zur Wirksamkeit bei Demenz

Die Datenlage zu Ginkgo biloba als Antidementivum ist weiterhin nicht einheitlich trotz der langen Anwendungszeit der Substanz seit den 80-er Jahren. In der aktuellen 8. Auflage unseres Kompendiums der Psychiatrischen Pharmakotherapie bewerten wir das Präparat im Einklang mit der gültigen S3-Leitline Demenzen (Stand: 11/2009) (http://www.dggpp.de/documents/s3-leitlinie-demenz-kf.pdf) sowie einer Metaanalyse des Cochrane-Instituts (Birks J, Cochrane Database Syst Rev 2009, 21(1):CD003120) kritisch bei fehlendem Wirksamkeitsnachweis bei Mild Cognitive Impairment (MCI) und Demenz und nicht ausreichender Evidenz für die Demenzprävention. Gingko biloba wird übereinstimmend als Antidementivum nicht empfohlen.

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