Die Firma Janssen-Cilag empfiehlt in der aktuellen Fachinformation die Haldol-Janssen Injektionslösung 5 mg/ml nur noch zur intramuskulären Applikation. Haloperidol kann – insbesondere in höherer Dosierung und bei intravenöser Injektion – die QT-Zeit verlängern und schwere Herzrhythmusstörungen auslösen (vgl. mehrfache Warnungen im Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie, 7.A, besonders Abschn. 3.6.3/Kardiale Nebenwirkungen).
Daher wurde bei intravenöser Verabreichung ein kontinuierliches EKG-Monitoring zur Erkennung einer QT-Intervall-Verlängerung oder schwerer Herzrhythmusstörungen für erforderlich gehalten. Diese Vorkehrungen wurden offensichtlich in der täglichen Praxis nicht immer eingehalten. Daher sah sich die Janssen-Cilag GmbH veranlasst, nur noch die i.m.- Applikation zur parenteralen Verabreichung zu empfehlen. Die i.v.-Applikationsformen anderer Hersteller sind gleich einzuschätzen.
Die Indikationsstellung und auch die Risikoeinschätzung von Haloperidol haben sich ansonsten nicht geändert.
Matthias J. Müller, Gießen und Marburg Otto Benkert, Mainz

Sehr geehrte KollegInnen, aus internistischer Sicht ist das empfohlene Vorgehen zur Überwachung einer QTc-Verlängerung mittels EKG-Monitoring problematisch. Eine exakte QT-Messung ist am bewegten Monitorbild nicht verläßlich möglich, zumal die QT-Länge jeweils frequenzbereinigt als QTc-Intervall erfaßt werden sollte. Auch erlaubt dies keine Dokumentation (als möglichen Beleg dafür, die QT-Zeit überwacht zu haben). Unter den aufgeführten Bedingungen kann ich deshalb von einer i.v.-Zufuhr von Haloperidol grundsätzlich nur abraten. Dr. F. Piper Internist Karl-Jaspers-Klinik Bad Zwischenahn
Liebe Kollegen,
aus meiner Sicht kommt Haldol i.v. nur noch bei z.b. marcumarisierten Pat. überhaupt in Betracht oder natürlich bei allen Pat. mit einer schweren Veränderung der Blutgerinnung krankheits- oder therapiebedingt. Hier sind ja i.m. Gaben nicht möglich. Zudem sollte der Hersteller sich dazu äußern bzw. untersuchen ob nicht auch eine Subkutaninjektion zu befriedigenden Spiegeln führt. Dann könnten solche Pat. auch gefahrloser parenteral mediziert werden. Dr. Uwe Zeller FA Psychiatr. /Psychoth. Bürgerhospital Stuttgart