Haloperidol - intravenöse Applikation nicht mehr empfohlen
Die Firma Janssen-Cilag empfiehlt in der aktuellen Fachinformation die Haldol-Janssen Injektionslösung 5 mg/ml nur noch zur intramuskulären Applikation. Haloperidol kann – insbesondere in höherer Dosierung und bei intravenöser Injektion – die QT-Zeit verlängern und schwere Herzrhythmusstörungen auslösen (vgl. mehrfache Warnungen im Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie, 7.A, besonders Abschn. 3.6.3/Kardiale Nebenwirkungen).
Daher wurde bei intravenöser Verabreichung ein kontinuierliches EKG-Monitoring zur Erkennung einer QT-Intervall-Verlängerung oder schwerer Herzrhythmusstörungen für erforderlich gehalten. Diese Vorkehrungen wurden offensichtlich in der täglichen Praxis nicht immer eingehalten. Daher sah sich die Janssen-Cilag GmbH veranlasst, nur noch die i.m.- Applikation zur parenteralen Verabreichung zu empfehlen. Die i.v.-Applikationsformen anderer Hersteller sind gleich einzuschätzen.
Die Indikationsstellung und auch die Risikoeinschätzung von Haloperidol haben sich ansonsten nicht geändert.
Matthias J. Müller, Gießen und Marburg
Otto Benkert, Mainz
Juli 23rd, 2010 at 15:27 Uhr
Sehr geehrte Kollegen,
mich würde interessieren, wie das Monitoring in der Praxis gehandhabt werden soll, da die I.V.-Medikation ja in der Regeln nur in der Akutpsychiatrie bei agitierten Patienten zum Tragen kommt.
Sollt man vor Beginn der Injektion einen EKG-Monitor anschließen, diesen während der langsamen Injektion auf Herzrhythmusstörungen hin beobachten, bei Auftreten von Herzrhythmusstörungen die Injektion abbrechen - und wie lange sollte man nach Injektion das Monitorisieren fortführen?
Über Ihre Auffassung wäre ich dankbar!
Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Susanne Mühlhoff, Oberärztin, Fliedner Krankenhaus Ratingen