Heidelberg, 9. Juli, 2010

Haloperidol - intravenöse Applikation nicht mehr empfohlen

Die Firma Janssen-Cilag empfiehlt in der aktuellen Fachinformation die Haldol-Janssen Injektionslösung 5 mg/ml nur noch zur intramuskulären Applikation. Haloperidol kann – insbesondere in höherer Dosierung und bei intravenöser Injektion – die QT-Zeit verlängern und schwere Herzrhythmusstörungen auslösen (vgl. mehrfache Warnungen im Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie, 7.A, besonders Abschn. 3.6.3/Kardiale Nebenwirkungen).

Daher wurde bei intravenöser Verabreichung ein kontinuierliches EKG-Monitoring zur Erkennung einer QT-Intervall-Verlängerung oder schwerer Herzrhythmusstörungen für erforderlich gehalten. Diese Vorkehrungen wurden offensichtlich in der täglichen Praxis nicht immer eingehalten. Daher sah sich die Janssen-Cilag GmbH veranlasst, nur noch die i.m.- Applikation zur parenteralen Verabreichung zu empfehlen. Die i.v.-Applikationsformen anderer Hersteller sind gleich einzuschätzen.

Die Indikationsstellung und auch die Risikoeinschätzung von Haloperidol haben sich ansonsten nicht geändert.

Matthias J. Müller, Gießen und Marburg
Otto Benkert, Mainz

1 Kommentar


Kommentare

Eine Antwort to “Haloperidol - intravenöse Applikation nicht mehr empfohlen”

  1. Dr. Susanne Mühlhoff sagt:

    Sehr geehrte Kollegen,
    mich würde interessieren, wie das Monitoring in der Praxis gehandhabt werden soll, da die I.V.-Medikation ja in der Regeln nur in der Akutpsychiatrie bei agitierten Patienten zum Tragen kommt.
    Sollt man vor Beginn der Injektion einen EKG-Monitor anschließen, diesen während der langsamen Injektion auf Herzrhythmusstörungen hin beobachten, bei Auftreten von Herzrhythmusstörungen die Injektion abbrechen - und wie lange sollte man nach Injektion das Monitorisieren fortführen?
    Über Ihre Auffassung wäre ich dankbar!
    Mit freundlichen Grüßen,
    Dr. Susanne Mühlhoff, Oberärztin, Fliedner Krankenhaus Ratingen

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